Lesung | Sonstige

Marzipanflexen. Das Lübecker Flanierstipendium.

Durch die Stadt streifen, ohne ein bestimmtes Ziel, die Blicke durch die Straße schweifen lassen, die vorbeiziehenden Leute beobachten, Eindrücke gewinnen, die sich vielleicht später in einen Text verwandeln – das ist das, was man unter dem Begriff „flanieren“ versteht. In der Kulturgeschichte ist der Flaneur meist ein junger Mann mit Gehrock und Zylinder, der sich das zwecklose Umherstreifen im urbanen Raum gewissermaßen „leisten“ kann und dessen Perspektive das Bild der Stadt in der Moderne geprägt hat. Doch was passiert mit diesem Bild, wenn es nicht aus einer privilegierten, unbehelligten Perspektive gezeichnet wird?
Mit dem Projekt MARZIPANFLEXEN wollen wir dabei mitwirken, die Kunst des Flanierens ins 21. Jahrhundert zu transformieren. Wir wollen einen zeitgemäßen und vor allem diversen Blick auf das Leben in der Stadt werfen. Wie flaniert es sich als Frau, als queere, trans, inter Person, als Person of Colour oder als Mensch mit Behinderung? 8 Menschen werden sich am 19. September flanierend durch die Lübecker Altstadt bewegen und ihre Erlebnisse als Text verarbeiten. Als Ergebnis wird daraus schließlich ein Audiowalk mit den eingelesenen Texten entstehen.

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